Gesammelte Informationen rund um Revox - Geräte

Verschicken der Bandmaschinen und andere Revox-Geräte

Netzanschluss

Tonkopfreinigung

Spurlagen

 

Anschluss gefunden!

Wer kennt das nicht, nach Drehen des Netzsteckers klingt die Anlage anders, teils besser, klarer, teils verschlechtert sich der Klang, alles klingt verschwommen, undurchsichtig.

Dieses Phänomen wird man bei einer Mini-Kompaktanlage für 79,00€ kaum feststellen. Erstens können diese Anlagen diese Unterschiede nicht auflösen, zu schlecht ist der Klang und es ist nur ein Netzanschluss vorhanden, es kann nicht zu Ausgleichsströmen zwischen den Einzelkomponenten (gibt es nicht) kommen. 

Netzanschluss für Audiogeräte

 

C1 und C2 sind parasitäre Kapazitäten, hier die Wickelkapazitäten des Trafos.

 

Leider lassen sich diese Kapazitäten, ebenso wie anders wo die Induktivitäten und Widerstände nicht vermeiden.

Diese Kondensatoren stellen die Verbindung von der Primärseite zum Lichtnetz her.

Jetzt ist auch ersichtlich, warum es Spannungsunterschiede gibt, wenn man den Netzstecker dreht. Je nachdem ob die Phase (L) oder der Null (N)  näher an Masse liegt, ergeben sich Potenzialunterschiede.

 

Wie auf dem Foto ersichtlich, ist in dem Sicherungskasten - bitte nur im Sicherungskasten - der Null (N) mit dem Schutzleiter (PE) verbunden.

 

 

 

Netzteilkapazitäten1

C1 und C2 sind die parasitären Kapazitäten von Gerät 1

C3 und C4 sind die parasitären Kapazitäten von Gerät 2

Sind alle Kondensatoren gleich groß, sind auch die Spannungen gleich und es fließen keine störenden Ausgleichströme über die Masse bzw. Schirmleitungen der einzelnen Komponenten. Leider sind die Kondensatoren parasitär und nicht vorhersehbar, so dass sich Ausgleichströme bilden.

 Diese Ausgleichströme zwischen den Geräten gilt es zu minimieren.

 

 

 

Jedes weitere Gerät an der Anlage erhöht die Ausgleichsströme.

Die Impedanz (kapazitiv) wird mit dem Gerät geringer

(Xc =  1/ (2 * PI * F * Cp)

Cp = parasitäre Kapazität (einige Pikofarad). F = Frequenz (50Hz)

PI = Kreiszahl (3,141592....)

 

So werden die Netzstecker richtig gesteckt!

1:

Alle Geräte vom Netz trennen. Die Geräte dürfen auch untereinander keinen Kontakt haben und sollten frei stehen.

 

2:

Jetzt die Phase der Steckdosen mit einen Phasenprüfer oder Multimeter ermitteln und mit Isolierband, Farbklecks oder Ähnlichen markieren. Die Stecker der Steckdose und die Steckdose an der Wand nicht vergessen, diese müssen auch markiert werden.

 

3:

Das erste Gerät an die Steckdose anschliessen und einschalten, und die Spannung mit einem Multimeter im Wechselspannungsbereich  (V AC) vom Gehäuse des Gerätes zum Schutzleiter (Metallbügel) der Steckdose messen. Die Wechselspannung muss  zwischen 0 VAC und 230 VAC liegen. Die gemessene Spannung merken oder gleich notieren.

 

4:

Gerät wieder ausschalten und den Netzstecker um 180° drehen, danach das Gerät wieder einschalten. Die Spannung wie oben beschrieben erneut messen. Die Spannung ist jetzt höher oder niedriger als die zuvor gemessene Spannung. Die richtige Polung des Netzsteckers ist diejenige, die die niedrigste Spannung zeigt.

 

 5:

Jetzt die richtige Polung an den Stecker und evtl. am Gerät markieren.

 

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Tonkopfreinigung

 

Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Tonköpfe und deren Reinigung.  

Nicht nur die Tonköpfe müssen gereinigt werden, alle Bauteile, die mit dem Band in Berührung kommen, wie Andruckrolle, Capstanwelle, Umlenkrollen und  -bolzen, Beruhigungshebel  usw., sollten immer beobachtet und gegebenenfalls gereinigt werden!

Nur wenn alles sauber ist, kann die Maschine auch richtig aufspielen

N E U   wir bieten ab sofort, die von uns verwendeten, Reinigungs- und Pflegemittel an   N E U

 

Immer wieder bekommen wir Anfragen, ob wir die A77 revidieren.

Bei näheren Gesprächen stellt sich dann heraus, dass der linke Kanal dumpf klingt und zu leise ist! Wir wissen dann, wie wir Ihnen schnell und günstig helfen können. Eine Revision ist nicht nötig!

Die Revox A77 ist sehr eng gebaut, dann stehen zu allem Überfluss noch die Tonkopfgehäuse weit über den Tonköpfen.  Das führt dazu, dass der obere Kanal sehr schlecht gereinigt werden kann.

Abhilfe würden die einst von REVOX vertriebenen Reinigungssätze schaffen.

Diesen waren  blaue und weisse Handgriffen mit rechteckigem Reinigungsfilz beigelegt. Die Handgriffe waren zudem noch gekröpft. Damit war es möglich, alle Stellen am Tonkopf zu erreichen.  

Da gibt es nur einen Nachteil: Die Reinigungssätze gibt es nicht mehr! Man muss sich anders behelfen, etwa Stofftücher zu einer Spitze falten. Als Reinigungsmittel empfehlen wir Isopropylalkohol (Isopronpanol) oder Video90, ein spezieller Reiniger für Video- und Tonköpfe. Auf keinen Fall sollte man scharfe Reinigungsmittel wie Nitro oder gar Aceton verwenden. Auch Spiritus sollte man nicht verwenden, da dieser nicht rückstandsfrei verdunstet und einen störenden Ölfilm hinterlässt. 
! Bitte die Andruckrolle von jeder Art Alkohol fern halten!
Die runden Wattestäbchen erschweren die Reinigung zusätzlich.

 Warum ist eine gründliche und komplette Reinigung der Tonköpfe und andere Bandführungsteile so wichtig?

Man muss bedenken, dass 1µm (0,001mm) Abstand zwischen Tonkopf und Magnetschicht des Tonbandes schon zu 1 dB Verlust führt. Schmierende Bänder oder auch Bänder von dem sich Magnetschichten lösen, verursachen schnell 20dB Verluste und mehr. Sowohl schmierende Bänder als auch magnetschichtenlösende Bänder können schon nach 5cm Banddurchlauf die Köpfe zu setzten. 5cm Banddurchlauf sind bei 19cm/sek. Geschwindigkeit ungefähr 0,25sek.  Die Verschmutzung kann sogar zum kompletten Ausfall eines oder beider Kanäle führen. Zu beachten ist auch, dass mit steigender Frequenz die Empfindlichkeit steigt. Dadurch wird der Klang immer dumpfer, je dreckiger die Tonköpfe sind!

Zu beachten ist auch, dass nicht nur die Tonköpfe, sondern alle bandführenden Teile verdrecken und diese jedesmal mit gereinigt werden müssen!

Auch wird der Bandzug durch den normalen oder erhöhten Bandabrieb negativ beeinflusst und damit wird die Einmessung hinfällig, da die Einmessung einen bestimmten Bandzug voraussetzt. Deshalb ist auch Vorsicht geboten, wenn die Bandlauflager bzw. der rechte Umlenkbolzen gegen ein Lager getauscht werden soll. Auch hier ist die Passgenauigkeit und die Höheneinstellung entscheidend für den Bandzug und damit wieder für die richtige Einmessung! Falsch eingestellte Bandlauflager können zudem auch die Gleichlaufschwankung enorm verschlechtern und zum Leiern am Bandende oder -Anfang führen. 

 

Grundsätzlich gelten die Pflegetipps auch für die Revox B77 und alle anderen Tonbandgeräte

 

Holzgehäuse und -Zargen wollen gepflegt werden.

Die Revox-Geräte der A7x-Serie haben alle ein Holzgehäuse. Das Furnier wie auch alle anderen Hölzer wollen und müssen natürlich gepflegt werden. Am besten ist eine Holzpolitur, die mit einem weichen Tuch aufgetragen wird.
Wer keine Politur hat, kann auch etwas Öl verwenden.

Bitte auf die Kunststoff- und Metallteile achten. Angelaufene Aluteile und gebleichtes Kunststoff sehen nicht gut aus.

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Spurlagen (für Schnürsenkel) 

Im Bestreben, die Speicherkapazität eines Tonbandes möglichst auszunutzen, wird dessen Breite in zwei oder vier Spuren aufgeteilt. Man spricht von H a l b- oder V i e r t e l- Spuraufzeichnung. Eine Halbierung der Spur ergibt doppelte Aufnahmedauer für identische Bandlänge.  

Die Unterteilung in mehrere Spuren hat auf den Frequenzgang der Aufzeichnung keinen Einfluss. Hingegen wird die Dynamik, dh., der Bereich zwischen Vollaussteuerung und dem Rauschen des Bandes kleiner.   Die Dynamik nimmt um die Hälfte (- 6dB) bei Halb-, und auf ein viertel (-12dB) bei Viertelspuraufzeichnung ab.  Die Viertelspuraufzeichnung ist auch anspruchsvoller bezüglich Sauberkeit der Tonköpfe und des Tonbandes. Auch so genannte Dropouts, kleine Fehlerstellen im Band, wirken sich schwerwiegender bei Viertelspuraufzeichnungen aus.

Für Mono- Aufzeichnung stehen somit bei Halbspurmaschinen zwei, bei Viertelspuraufzeichnung vier unabhängige Spuren zur Verfügung.

Die Stereo Aufzeichnung erfordert für die Kanäle links und rechts je eine Spur. Es werden somit gleichzeitig zwei Spuren benutzt. Bei Halbspur Stereoaufzeichnung ist das Band in einem Durchgang voll bespielt. Bei Viertelspurgeräten werden im ersten Durchgang nur zwei der vier Spuren bespielt.

Die folgenden Illustrationen sollen die Vorgänge an den Tonköpfen etwas anschaulicher darstellen.

 

MONO HALBSPUR

Um die Austauschbarkeit der Tonbänder zu garantieren, sind die Spurlagen genormt. Bei der Halbspur Monoaufzeichnung ist die obere Hälfte Spur 1 und die untere Hälfte Spur 2 benannt.

Nach internationaler Norm wird zuerst die obere Spur, also Spur 1 bespielt. (reine Mono-Geräte enthalten nur für die obere Kopfhälfte einen Aufnahmekopf. )

Es besteht also folgende grundsätzliche Situation:

 

Eine eventuell auf Spur 1 schon vorhandene Aufzeichnung wird beim Überfahren des Löschkopfes in Aufnahmestellung automatisch gelöscht.

Das nunmehr neutrale Tonband bewegt sich über den Aufnahmekopf und wird von neuem moduliert. Die neue Aufzeichnung bewegt sich weiter über den Wiedergabekopf, wo bereits die eben aufgezeichnete Modulation über den Wiedergabeverstärker kontrolliert werden kann. (Hinterbandkontrolle. )

Diese direkte Aufnahmekontrolle ist nur mit der studiomässigen Anordnung mit 3 Tonköpfen möglich. Die klare Trennung der Aufnahme- und Wiedergabefunktionen bei den Tonköpfen und den Verstärkern ermöglicht neben der " über Band Kontrolle auch interessante Trickschaltungen. Die Trickschaltung und deren Möglichkeiten wurden wohl ein wenig überbewertet (A. d. R).

Das auf Spur 1 voll bespielte Tonband befindet sich auf der rechten Bandspule. Nach internationaler Norm wird nun die volle Bandspule um 180° gedreht auf dem linken Wickelteller wieder aufgesetzt.

Nun liegt die bespielte Spur 1 unten. Ohne Umschaltung der Aufnahmekanäle kann jetzt mit der oberen Kopfhälfte die Spur 2 aufgenommen werden.

Nach erfolgtem zweiten Durchlauf ist das Tonband bei Halbspur- Aufzeichnung gefüllt.

 

MONO VIERTELSPUR

Bei Mono Viertelspuraufnahmen wird beim ersten Durchgang mit dem oberen Kopfteil ebenfalls zuerst Spur 1 aufgezeichnet.

 

Dann wird das Tonband wie bekannt gewendet und im zweiten Durchgang erfolgt die Aufzeichnung der zweiten Spur.

(Ohne Umschaltung der Aufnahmekanale).

 Da bis jetzt erst zwei der vier Spuren bespielt sind, wird das Tonband nochmals gewendet.
Gleichzeitig wird der Aufnahmekanal umgeschaltet. Die Aufzeichnung erfolgt dann über den Aufnahmekanal II und den unteren Kopfteil.

 Nun sind drei der vier Spuren bespielt.

Nach erfolgtem dritten Durchlauf wird das Tonband nochmals gewendet. Die vierte Spur wird bei gleicher Einstellung der Aufnahmevorwahltaste (CHANNEL II) bespielt.

 Wird das Tonband wieder gewendet, so ist der Anfang des Tonbandes (Spur 1) zur Wiedergabe bereit. Der obere Teil des Wiedergabekopfes tastet die Spuren 1 und 2 ab, der untere Teil die Spuren 3 und 4. Die entsprechenden Stellungen des Wiedergabefunktionsschalters sind:

CH I Spuren 1 und 2
CH II Spuren 3 und 4

Bei der Wiedergabe von Viertelspuraufzeichnungen ist also analog zur Aufnahme für die Spuren 3 und 4 der Wiedergabefunktionsschalter auf CH II (Kanal II) umzuschalten.

 

 

Aufzeichnung abweichend von der internationalen Norm

Abweichend von der internationalen Norm besteht nun bei Mono Aufzeichnung die Möglichkeit, nach erfolgtem Bespielen der Spur 1 das Tonband nicht zuwenden, sondern zurückzuspulen. Wenn das Tonband wieder am Anfang steht, wird auf Aufnahmekanal II (CHANNEL II) umgeschaltet. Spur 2 wird in gleicher Richtung wie Spur 1 aufgezeichnet. (Parallelspuraufzeichnung.)  

Analog bestehen für die Viertelspuraufzeichnung dieselben Möglichkeiten. Bandumlegen erfolgt dann erst, wenn zwei Spuren bespielt sind. Bei der Wiedergabe kann durch einfache Spurumschaltung (CH I / CH II) Spur 1 oder Spur 3 (Spur 2 oder 4) gewählt werden.

STEREO HALBSPUR

Bei der Aufzeichnung von stereophoner Modulation werden immer gleichzeitig zwei Spuren belegt. Der linke Kanal wird auf Spur 1 (oben) und der rechte Kanal auf Spur 2 (unten) aufgezeichnet.

Bei Halbspuraufzeichnung ist demzufolge in einem Durchgang das ganze Tonband bespielt. 

STEREO VIERTELSPUR

Bei Stereo Viertelspuraufnahmen werden im ersten Durchgang die Spuren 1 und 3 belegt und nach Umlegen des Tonbandes die Spuren 2 und 4 .

Bei der Archivierung der Tonbänder, ist es sinnvoll, neben Titel und Dauer auch Geschwindigkeit und Spurlage einer Aufzeichnung zu notieren. Dies ist insbesondere für MonoViertelspur empfehlenswert.

 

Bemerkung: Diese Informationen sind aus der Gebrauchsanweisung der Revox A77 MK II entnommen. Nach dem gleichen Prinzip arbeiten auch die Revox Tonbandmaschinen A700, B77 und PR99 und auch alle anderen Bandmaschinen.

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